Dem Leben in die Karten schauen…

Die Zeit, oder besser ihre Definitionen, spaltet seit je her die Gemüter. Unser Empfinden in Bezug auf die Zeit entspricht nicht ihrem wahren Wesen. Wir folgen lediglich einer Vorstellung von ihr. Alles ist vorhanden, doch wir erleben das Universum nicht als Ganzes, sondern nur scheibchenweise. Mit der Zeit betreten wir den Raum, in dem wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse erschaffen und richten uns ein. Wir schaffen Kammern von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Jede Entscheidung repräsentiert dabei den Raum der Gegenwart, das Hier und Jetzt. Wir unterteilen somit die Raumzeit in Abschnitte, die uns wie eine Abfolge erscheint, einem linearen Fluss. weil unsere Erfahrungen und unser Erleben nach ihrer Reihenfolge vom Gedächtnis wie Einzelbilder eines Films abgelegt werden. Die Zeit erscheint uns wie eine Einbahnstraße gepflastert mit unseren Erinnerungen.

Und wenn dann doch alle Zeit bereits existiert und wir nur unsere Perspektive änderten, könnten wir dann vielleicht in die Zukunft blicken? Vielleicht ist das Ziel, das Endresultat, längst vorhanden und das Ziel verändert den Weg? Vielleicht verändert die Zukunft unsere Gegenwart und somit die Vergangenheit?

Wenn wir uns der Legekarten bedienen, steht uns die Möglichkeit zum Perspektivwechsel, zur Erweiterung unserer Wahrnehmung und persönlichen Realität zur Verfügung. Wir schieben den Schleier der Illusion fragmentierter Zeit beiseite und öffnen uns, wie mit einem Schlüssel, verschlossene, versteckte Räume auf. 

Die Auslegung der Karten, dabei spielt es keine Rolle welchen Kartendecks wir uns bedienen, können uns einen Blick hinter unsere begrenzte, eingeschränkte Wahrnehmung gewähren und uns Möglichkeiten offenbaren, die ansonsten unsichtbar, uns vielleicht sogar unmöglich erscheinen.

Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, doch wir können sie beleuchten und ihnen ihre Geheimnisse, Offenbarungen entlocken. Letztlich sind es aber immer wir selbst, die sich für einen Weg entscheiden und nicht die Karten oder die Deutung mittels Interpretation.

Eines sollten wir jedoch nicht vergessen: die Wissenschaft hat bisweilen den Nimbus einer Religion. Unverbrüchliche Wahrheit – unantastbar. Viele Fragen sind offen und ihre Beantwortung führt bisweilen ebenso ins Reich der Spekulation. Hier ist das letzte Wort jedoch noch lange nicht gesprochen. Und was das Universum betrifft: wahrscheinlich niemals.

Zum Schluss komme ich nicht umhin, meinen Lieblingshelden zu zitieren:

Zeit kann umgeschrieben werden.“

(Dr. Who)